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Dieses Webangebot wurde zuletzt am  Samstag, 8. Mai 2010, 20:01 Uhr aktualisiert

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Helfen, aber wie ?


Wie kann ich dem "trockenem" Alkoholkranken helfen?

Mit freundlicher Genehmigung des Urhebers:   www.a-connect.de

Der trockene Alkoholkranke muß lebenslang völlig auf Alkohol
verzichten, denn schon die kleinste Menge Alkohol (z.B. in einem
Dessert), kann einen Rückfall in die Sucht einleiten. Den Entschluß zum
alkoholabstinenten Leben kann der Betroffene letztlich nur selbständig
und alleine fassen. Als Angehörige hast du jedoch die Möglichkeit ihm
in seiner Abstinenz unterstützend zu helfen.

Lebe gemeinsam mit deinem Partner alkoholabstinent!
Wenn du mit deinem Partner gemeinsam auf Alkohol verzichtest,
zeigst du damit Einfühlungsvermögen und Verständnis. Ihr meidet
gemeinsam den Stoff, der zuvor euer gemeinsames Leben vergiftete.
Alkoholkranke werden zwar selten die Mitabstinenz ihrer
Angehörigen verlangen, sind aber dankbar, wenn diese ihnen
selbstverständlich entgegengebracht wird und sie damit nicht alleine sind.

Sorge dafür, daß genügend und verschiedene alkoholfreie Getränke
im Hause sind. Meide Alkoholvorräte im Haus! Mache es zur
Selbstverständlichkeit, daß es bei euch keinen Alkohol gibt.
Gastlichkeit kann man auch zeigen, indem man leckere alkoholfreie
Drinks anbietet.

Sollte bei einer Feierlichkeit in Eurem Haus doch Alkohol
angeboten werden, sorge dafür, daß die angebrochenen
Flaschen und Reste so schnell wie möglich entsorgt werden.

Meide Vorwürfe, die die Zeit vor der Abstinenz betreffen.
Ziehe einen Schlußstrich unter die Ärgernisse der
Vergangenheit, denn diese Wunden dürfen nicht immer wieder
aufgerissen werden. Schau nach vorne und nicht zurück.

Schließt euch gemeinsam einer Selbsthilfegruppe für
Betroffene und Angehörige an. Das ist sowohl für den
Betroffenen, als auch für dich nahezu lebensnotwendig! Du läufst so
nicht in Gefahr in die Isolation zu geraten, lerne neue Freunde
kennen, die deine Sorgen und Probleme teilen und ebenfalls abstinent
leben. Du brauchst die Gemeinschaft der abstinenten Gruppe,
um Erfahrungen der anderen aufzunehmen und eigene Fehler zu
vermeiden. Beispielsweise würde ein zu besorgtes und
beschützendes Verhalten den trockenen Alkoholkranken
beeinträchtigen und bedrücken.

Übt wieder echte Partnerschaft ein! Während der Trinkzeit
des Betroffenen war es notwendig, daß du alle Angelegenheiten
regeltest und häufig Entscheidungen alleine treffen mußtest. Du
fühltest dich für den Kranken mitverantwortlich. Der Partner ist jetzt
aber nüchtern und du kannst alles gemeinsam besprechen und
regeln. Dein trockener alkoholkranker Partner muß seine Erfahrungen
selber machen können, dazu gehören auch schmerzliche
Erfahrungen. Erst dann kann er lernen, wie er mit Enttäuschungen,
Angst und anderen unguten Gefühlen umgehen kann, ohne gleich
wieder zur Flasche zu greifen. Du als Angehöriger mußt lernen,
deinem Partner nichts von seinen Aufgaben abzunehmen, auch dann
nicht , wenn du meinst, daß du es vielleicht besser machen
würdest. Darüber hinaus mußt du lernen, dich wieder um dein
Leben zu kümmern, anstatt auf das deines Partners aufzupassen.

Nimm dir Zeit für Gespräche. Spreche offen über
Gefühle, Probleme, Sorgen, Ängste und Hoffnungen. Das schafft
eine Vertrauensbasis, die durch die Trinkerei zerstört wurde. Achte
bei Meinungsverschiedenheiten darauf, sachlich zu bleiben.
Versucht euch gegenseitig zu verstehen.

Mache eine innerliche Inventur. Frage dich, was Dir
fehlen wird, wenn der Abhängige nicht mehr abhängig ist. Im ersten
Moment scheint diese Frage etwas merkwürdig. Aber es ist wirklich
ganz natürlich, daß dir etwas fehlen wird, wenn sich etwas
verändert. Solltest du dich über Jahre hinweg daran gewöhnt haben,
Dinge zu tun, die die alkoholabhängige Person jetzt wieder selbst tun
will, so heißt das nicht, daß du dich automatisch dabei wohlfühlst.