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Dieses Webangebot wurde zuletzt am  Donnerstag, 31. Dezember 2009, 09:51 Uhr aktualisiert

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Helfen, aber wie ?

Wie kann ich dem "nassen" Alkoholkranken helfen ?

Mit freundlicher Genehmigung des Urhebers:   www.a-connect.de

Einem "nassen" alkoholkrankem Menschen zu sagen, er soll
aufhören zu trinken, ist ebenso unsinnig, wie einem Asthmatiker
zu sagen, er solle aufhören zu husten.

Zunächst sollte dir aber klar sein, daß der Alkoholkranke in jedem,
der ihm helfen will einen Gegner sieht, der ihm seinen Alkohol
wegnehmen will.
Rechne in jedem Fall mit zum Teil aggressiver Gegenwehr!  Erst wenn
der Betroffene selbst erkannt hat, daß er ein Alkoholproblem
hat, ist er bereit sich helfen zu lassen und etwas zu unternehmen.
Diese Einsicht wird aber nur erreicht, wenn der Betroffene an den
Folgen seiner Trinkerei mehr leidet, als der Alkoholkonsum ihm
andererseits noch Lustgewinn oder Trost verschafft.
Erst unter diesem Leidensdruck wird er bereit sein sich helfen zu lassen.

Bis zu dieser Erkenntnis des Alkoholkranken hast du es in der
Angehörigenrolle sehr schwer.
Wenn du erkannt hast, daß ein dir nahe stehender Mensch ein
Alkoholproblem hat, solltest du folgende Punkte beachten:

Suche für dich selbst eine Beratungshilfe (z.B. Sucht- oder
Familienberatungsstelle, Selbsthilfegruppe). Dort kannst du offen
über deine Probleme sprechen und bekommst fachlichen Rat.

Informiere dich über die Alkoholkrankheit! Je mehr du über die
Krankheit weißt, um so besser kannst du mit ihr umgehen,
auch als Angehörige/r.

Informieren den behandelnden Arzt des Alkoholkranken über
deine Beobachtungen und äußere deinen Verdacht hinsichtlich der
Alkoholkrankheit. Das hat nichts mit Verrat zu tun, sondern ist eine
Möglichkeit, dem Betroffenen zu helfen.

Mach dir keine Vorwürfe mehr, denn der Kranke macht sich
diese selbst. Ständige Vorwürfe führen zu Aggressionen und können
das Trinken verstärken.

Vermeide es, den Alkoholkranken zu kontrollieren. Das bringt nichts und
reibt nur unnötig deine Nerven auf. Schlimmstenfalls
ruft das Trotzreaktionen seitens des Alkoholkranken hervor. Auch
das Zuteilen von gewissen Alkoholmengen ist sinnlos, das führt
allenfalls vermehrt zum heimlichen Trinken. Wenn du dem
Alkoholkranken seinen Stoff entziehst (durch wegschütten oder
verstecken), wird er sich neuen Vorrat besorgen und/oder auch sehr
aggressiv darauf reagieren.

Lüge oder vertusche nicht! Fehlt der Alkoholkranke
beispielsweise bedingt durch seine Trinkerei am Arbeitsplatz oder
versäumt er andere Termine, ist das sein Verschulden. Solche
"Rettungsaktionen" deinerseits machen es dem Süchtigen leicht,
weiterzutrinken, da er ja keine unangenehme Erfahrungen durch sein
Trinken macht. Er muß selber für solche Ausfälle gerade stehen,
das verschärft den Leidensdruck.

Versorge den Alkoholkranken nicht mit Alkohol! Wenn der
Betroffene trinken will, muß er selber dafür sorgen! Auch das
verschärft unter bestimmten Bedingungen den Leidensdruck enorm,
beispielsweise wenn der Betroffene sich nach einem Alkoholexzeß
sehr schlecht fühlt und das wiederum mit Alkohol bekämpfen will.

Versuche in allen Situationen sachlich zu bleiben, auch wenn es
schwer fällt. Finde das richtige Maß - verhalte dich nicht zu
nachgiebig, aber auch nicht zu ablehnend. Der Alkoholkranke muß
aus deinem Verhalten heraus erkennen und spüren, daß er deine
Unterstützung hat, wenn er etwas gegen seine Krankheit unternimmt.

Versuche Streitsituationen zu vermeiden. Das ist in der
Praxis nicht einfach, zumal der Alkoholkranke oft gerade mit dem
Streit sucht, der ihm zu helfen versucht. Enttäuschungen und
Verletzungen schmerzen sehr, dennoch versuche mit der
Einstellung "Ein Kranker kann mich nicht kränken" zu leben.

Viele alkoholkranke Menschen haben bedingt durch ihren
Alkoholkonsum finanzielle Probleme. Mache dem
Betroffenen bewußt, daß er Schulden hat, jedoch übernehme
diese auf keinen Fall. Das würde sein Fehlverhalten vertuschen und
keine Hilfe für den Betroffenen sein, weil er durch seine
Alkoholabhängigkeit neue Schulden verursachen wird. Du selber
läßt dich dadurch in diesen Teufelskreis reinziehen.

Spreche mit deinen Angehörigen (Kindern, Verwandten,
Freunden) sachlich über die Alkoholkrankheit, damit Verständnis und
nicht Verachtung für den Alkoholkranken entsteht. Mache den
Alkoholkranken nicht zum Sündenbock der Familie, das würde nichts
an der Situation ändern.

Wenn du Schritte androhst, etwas zu unternehmen, sei
in deinem Handeln konsequent! Ein ständiges Androhen von
irgendwelchen Konsequenzen deinerseits wird nicht ernst
genommen. Wenn der Alkoholkranke keine Konsequenzen zu
befürchten hat,wird er sich nicht ändern.

Spreche mit dem Alkoholkranken über die Alkoholkrankheit und
Hilfsmöglichkeiten, nur wenn er nüchtern ist oder zumindest einen
nüchternen Eindruck macht.

Denke bei allem auch an dich selbst. Unternehme Dinge, die dir
Spaß machen (Hobbys, Sport etc.). Übe Gelassenheit durch
Entspannungsmethoden oder autogenes Training.