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Wie kann ich dem "nassen" Alkoholkranken helfen ?
Mit freundlicher Genehmigung des Urhebers: www.a-connect.de
Einem "nassen" alkoholkrankem Menschen zu sagen, er soll aufhören zu trinken, ist ebenso unsinnig, wie einem Asthmatiker zu sagen, er solle aufhören zu husten.
Zunächst sollte dir aber klar sein, daß der Alkoholkranke in jedem, der ihm helfen will einen Gegner sieht, der ihm seinen Alkohol wegnehmen will. Rechne in jedem Fall mit zum Teil aggressiver Gegenwehr! Erst wenn der Betroffene selbst erkannt hat, daß er ein Alkoholproblem hat, ist er bereit sich helfen zu lassen und etwas zu unternehmen. Diese Einsicht wird aber nur erreicht, wenn der Betroffene an den Folgen seiner Trinkerei mehr leidet, als der Alkoholkonsum ihm andererseits noch Lustgewinn oder Trost verschafft. Erst unter diesem Leidensdruck wird er bereit sein sich helfen zu lassen.
Bis zu dieser Erkenntnis des Alkoholkranken hast du es in der Angehörigenrolle sehr schwer. Wenn du erkannt hast, daß ein dir nahe stehender Mensch ein Alkoholproblem hat, solltest du folgende Punkte beachten:
Suche für dich selbst eine Beratungshilfe (z.B. Sucht- oder Familienberatungsstelle, Selbsthilfegruppe). Dort kannst du offen über deine Probleme sprechen und bekommst fachlichen Rat.
Informiere dich über die Alkoholkrankheit! Je mehr du über die Krankheit weißt, um so besser kannst du mit ihr umgehen, auch als Angehörige/r.
Informieren den behandelnden Arzt des Alkoholkranken über deine Beobachtungen und äußere deinen Verdacht hinsichtlich der Alkoholkrankheit. Das hat nichts mit Verrat zu tun, sondern ist eine Möglichkeit, dem Betroffenen zu helfen.
Mach dir keine Vorwürfe mehr, denn der Kranke macht sich diese selbst. Ständige Vorwürfe führen zu Aggressionen und können das Trinken verstärken.
Vermeide es, den Alkoholkranken zu kontrollieren. Das bringt nichts und reibt nur unnötig deine Nerven auf. Schlimmstenfalls ruft das Trotzreaktionen seitens des Alkoholkranken hervor. Auch das Zuteilen von gewissen Alkoholmengen ist sinnlos, das führt allenfalls vermehrt zum heimlichen Trinken. Wenn du dem Alkoholkranken seinen Stoff entziehst (durch wegschütten oder verstecken), wird er sich neuen Vorrat besorgen und/oder auch sehr aggressiv darauf reagieren.
Lüge oder vertusche nicht! Fehlt der Alkoholkranke beispielsweise bedingt durch seine Trinkerei am Arbeitsplatz oder versäumt er andere Termine, ist das sein Verschulden. Solche "Rettungsaktionen" deinerseits machen es dem Süchtigen leicht, weiterzutrinken, da er ja keine unangenehme Erfahrungen durch sein Trinken macht. Er muß selber für solche Ausfälle gerade stehen, das verschärft den Leidensdruck.
Versorge den Alkoholkranken nicht mit Alkohol! Wenn der Betroffene trinken will, muß er selber dafür sorgen! Auch das verschärft unter bestimmten Bedingungen den Leidensdruck enorm, beispielsweise wenn der Betroffene sich nach einem Alkoholexzeß sehr schlecht fühlt und das wiederum mit Alkohol bekämpfen will.
Versuche in allen Situationen sachlich zu bleiben, auch wenn es schwer fällt. Finde das richtige Maß - verhalte dich nicht zu nachgiebig, aber auch nicht zu ablehnend. Der Alkoholkranke muß aus deinem Verhalten heraus erkennen und spüren, daß er deine Unterstützung hat, wenn er etwas gegen seine Krankheit unternimmt.
Versuche Streitsituationen zu vermeiden. Das ist in der Praxis nicht einfach, zumal der Alkoholkranke oft gerade mit dem Streit sucht, der ihm zu helfen versucht. Enttäuschungen und Verletzungen schmerzen sehr, dennoch versuche mit der Einstellung "Ein Kranker kann mich nicht kränken" zu leben.
Viele alkoholkranke Menschen haben bedingt durch ihren Alkoholkonsum finanzielle Probleme. Mache dem Betroffenen bewußt, daß er Schulden hat, jedoch übernehme diese auf keinen Fall. Das würde sein Fehlverhalten vertuschen und keine Hilfe für den Betroffenen sein, weil er durch seine Alkoholabhängigkeit neue Schulden verursachen wird. Du selber läßt dich dadurch in diesen Teufelskreis reinziehen.
Spreche mit deinen Angehörigen (Kindern, Verwandten, Freunden) sachlich über die Alkoholkrankheit, damit Verständnis und nicht Verachtung für den Alkoholkranken entsteht. Mache den Alkoholkranken nicht zum Sündenbock der Familie, das würde nichts an der Situation ändern. Wenn du Schritte androhst, etwas zu unternehmen, sei in deinem Handeln konsequent! Ein ständiges Androhen von irgendwelchen Konsequenzen deinerseits wird nicht ernst genommen. Wenn der Alkoholkranke keine Konsequenzen zu befürchten hat,wird er sich nicht ändern.
Spreche mit dem Alkoholkranken über die Alkoholkrankheit und Hilfsmöglichkeiten, nur wenn er nüchtern ist oder zumindest einen nüchternen Eindruck macht.
Denke bei allem auch an dich selbst. Unternehme Dinge, die dir Spaß machen (Hobbys, Sport etc.). Übe Gelassenheit durch Entspannungsmethoden oder autogenes Training.
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